Zündung einstellen:
Zum Einstellen der Zündung gibt es mehrere Varianten.
Hier ersteinmal die primitivste und ungenaueste Methode, die
aber ausreicht,
den Motor überhaupt mal zum Laufen zu bringen und um die
Einstellerei zu verstehen.
Ich bin mit dieser Methode trotzdem schon mehrere 10tausend
km gefahren !
Wie es genauer geht steht am Ende beschrieben.
Begriffe:
"Nocken"
meint den ganz leicht ovalen Bolzen, der als Verlängerung
der Kurbelwelle auf
derselbigen verschraubt ist. Der Nocken soll pro Kurbelwellenumdrehung
die
Unterbrecherkontakte einmal voneinander trennen und dann wieder
schließen.
"Befestigungsschrauben der Verstellplatte"
meint
Die beiden Schrauben, mit welchen der komplette Unterbrecher mit
allen Anbauteilen
auf der Lichtmaschine befestigt ist. Diese Schrauben sitzen AUF
zwei großen Langlöchern.
"Verstellplatte"
ist dementsprechend die Platte mit den zwei großen Langlöchern.
"Unterbrecherplatte"
ist die Platte, die an einem Ende hochgebogen ist und als Träger
für den festen Unterbrecherkontakt
dient. Der bewegliche Unterbrecherkontakt ist aber auch Teil der
Unterbrecherplatte.
"Befestigungsschraube der Unterbrecherplatte"
meint
Die Befestigungsschraube, mit welcher die Unterbrecherplatte AUF
der Verstellplatte
befestigt ist. Diese Schraube sitzt AUF einem kleineren Langloch.
"Exzenterschraube"
meint
Die Einstellschraube (KEINE Befestigungsschraube), die mit der
Verstellplatte
befestigt ist, aber IN einem (einseitig offenen) Langloch der
Unterbrecherplatte geführt ist.
"Kondensator"
meint das zylinderförmige el. Bauteil, welches mit einer
Klemmschelle auf der Lichtmaschine
befestigt ist. (Die Klemmschelle ist gleichzeitig die Masseverbindung).
Der andere Anschluß des Kondensators ist an einer Flachsteckverbindung
zu erkennen,
hier muß ein grünes Kabel angeschlossen sein. Gleichzeitig
geht hier auch ein dünner
Blechstreifen (als Stromschiene) weg, dessen anderes Ende auf
der Unterbrecherplatte
befestigt ist. Dieser Blechstreifen verbindet elektrisch gesehen
den Kondensator mit
dem beweglichen Unterbrecherkontakt.
Die Unterbrecherkontakte selbst lassen sich vom Kontaktabstand
und vom Zündzeitpunkt
her gesehen besser einstellen je neuer sie sind.
1. Zündkerze ausschrauben.
2. Unterbrecherabstand einstellen.
Die Kurbelwelle mit Hilfe der Befestigungsschraube des Nockens
drehen, bis der Nocken den
beweglichen Unterbrecherarm von dem festen Unterbrecherarm wegdrückt.
Es gibt ein Maximum.
In der Maximalstellung müssen die Unterbrecherkontakte 0,3
bis max. 0,4 mm geöffnet sein.
(Fühlerlehre oder Postkarte oder Augenmaß).
Dieser Wert kann eingestellt werden wie folgt:
Zuerst die "Befestigungsschraube der Unterbrecherplatte"
nur leicht lockern.
Danach mit Hilfe der "Exzenterschraube" den Kontaktabstand
einstellen.
Und die "Befestigungsschraube der Unterbrecherplatte"
wieder anziehen.
Die Kurbelwelle mit Hilfe der Befestigungsschraube des Nockens
wiederholt drehen, um den
größten Unterbrecherkontaktabstand zu überprüfen.
3. Zündzeitpunkt einstellen.
a) Vorbereitung:
Ein Meßgerät für den Kolbenhub ist z.B.: ein
Lineal, welches so bearbeitet wurde, daß es sich durch das
Kerzenloch in den Zylinder einführen läßt. (Ich
habe auch schon einen Metallstift mit Markierungen im
1-mm Abstand versehen).
Die Batterie muß geladen, die Zündung eingeschaltet,
die restliche Elektrik fehlerfrei sein.
Die Kurbelwelle darf keine Verbiegung aufweisen und ihre Lager
müssen in Ordnung sein.
An die "Stromschiene", also an den Blechstreifen
des Kondensators wird der eine Anschluß einer
Prüflampe (alte 12V-Lampe aus dem Frontscheinwerfer, bei
welchem noch ein Glühwendel in Ordnung ist)
befestigt. Der andere Anschluß der Prüflampe wird an
Fahrzeugmasse fest verbunden.
(Von "Durchgangsprüfern", "Digitalen Meßgeräten"
usw. halte ich hier nur wenig. Mit dem hohen Strombedarf
einer Glühlampe lassen sich bessere Ergebnisse erzielen.)
b) Messen
Die Kurbelwelle mit Hilfe der Befestigungsschraube des Nockens
(stets im Uhrzeigersinn!) drehen. Dabei
gleichzeitig mit dem Meßgerät für den Kolbenhub
die Stellung des Kolbens ertasten.
Irgendwann wird der Kolben seine höchste Stellung erreicht
haben, um danach wieder in der Tiefe zu
verschwinden. Diese höchste Stellen wird auch "OT"
für oberer Totpunkt genannt.
"Zünden" soll die Zündkerze genau dann, wenn
der Kolben sich kurz (2,5mm - max.3mm) vor dem OT befindet.
Der Zündzeitpunkt ist also genau dann richtig eingestellt,
wenn das Meßgerät für den Kolbenhub auf dem
Weg nach oben ist und dann noch 2,5-3 mm seines Weges vor sich
haben würde.
Mit einem flachen Gegenstand (weiteres Lineal) liegend auf dem
Zylinderkopf läßt sich die "Anzeige" des
Meßgerätes
für den Kolbenhub besser ablesen.
Immer vom gleichen Blickwinkel her ablesen, nichts verwackeln/schräghalten
usw. Das ist alles sehr fummelig und ungenau
aber auch sehr billig und ohne viel Hilfsmittel am, Straßenrand
durchführbar.
Die Prüflampe zeigt den aktuell eingestellten Zündungszeitpunkt
durch ihr Aufleuchten an. (Die Unterbrecherkontakte
öffnen sich in diesem Augenblick).
Leuchtet die Prüflampe auf, bevor der angestrebte Zündzeitpunkt
erreicht wird (also mehr als 3mm vor OT), so ist die
Zündung mehr in Richtung "spät" zu stellen
und
leuchtet die Prüflampe erst auf, nachdem der angestrebte
Zündzeitpunkt wieder verlassen wurde (also weniger als 2,5mm
vor OT),
so ist die Zündung mehr in Richtung "früh"
zu stellen.
c) Einstellen
Die "Befestigungsschrauben der Verstellplatte" lockern
und die komplette Verstellplatte unter Ausnutzung der großen
Langlöcher ein Stückchen verdrehen.
In Richtung "spät" - die Verstellplatte nach rechts
verdrehen.
In Richtung "früh" - die Verstellplatte nach links
verdrehen.
d) Überprüfen
Durch das Wiederanziehen der Schrauben kann sich der Zündzeitpunkt
etwas verändern.
Deshalb nicht mit lockeren Schrauben den Zündzeitpunkt nachmessen
sondern vor dem Nachmessen
des Zündzeitpunktes immer erst die "Befestigungsschrauben
der Verstellplatte" fest anziehen.
Dann wie unter b) beschrieben den neu eingestellten Zündzeitpunkt
überprüfen und ggf. erneut korrogieren.
e) Nicht entmutigen lassen
Es ist nicht ungewöhnlich, dieses Spielchen 4 oder 5 mal
wiederholen zu müssen ehe man mit seinem Werk
zufrieden sein kann.
Wer sich sicher fühlen willl, macht nach der vermeintlich
richtigen Einstellung eine kuze Probefahrt und sieht
dann noch einmal nach. So kann man einen evt. Fehler aufzuspüren
und hat ein viel sicheres Gefühl bei
allen folgenden Fahrten.
Und wie wird es "richtig" gemacht?
Wer es am genauesten machen will, schraubt sich eine Meßuhr
in die Kerzenbohrung. Diese tastet den Kolben
ab und läßt Hubveränderungen von 1/100 mm messen.
Das ungenaue Ablesen/Verwackeln eines Meßstiftes oder
Lineales in der Kerzenöffnung hat sich dann erledigt.
Seit ich eine solche Meßuhr besitze, macht mir die Zuendungseinstellerei
sogar Spaß.
Den Unterbrecherabstand kann man mit einer Fühlerlehre gut
messen sofern die Kontakte noch eben sind. Bei lange
gelaufenen Kontakten schaue ich deshalb mit einer Schieblehre
nach, wie ein 0,35mm breiter Spalt aussehen würde.
Dann stelle ich den Kontaktabstand vergleichenderweise mit Augenmaß
ein. Reicht mir völlig.
Andere Methoden zur Zündungseinstellung sind:
- "Meßbolzen" mit Millimetereinteilung und
auch halben mm. Dieser ist in einer holgebohrten Schraube geführt
und diese
wird in das Zündkerzengewinde eingeschraubt. Kann man sich
gut selbst bauen, hat ausreichende Genauigkeit.
- Einstellen mit der klassischen Gradscheibe und Ermittlung
des oberen OT durch Blockieren des Kolbens
durch die Kerzenöffnung.
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