Aus: Kraftfahrzeugtechnik Berlin 38 1988
Kraftfahrzeugtechnische Umschau
MZ-Technik zur Enduro-Europameisterschaft 1988

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Es wurde bereits in der Mai-Ausgabe angedeutet
und ist für aufmerksame Motorsportanhänger inzwischen
längst Enduro-Alltag: Pünktlich zum Beginn der Internationalen
Enduro-Saison hat MZ in der Hubraumkategorie bis 250 cm3 die
luftgekühlten Wettbewerbsmotoren durch wassergekühlte
abgelöst. Dieser lang erwartete Schritt war nur in Verbindung
mit der Einführung eines Fahrgestells möglich, das
über den notwendigen Bauraum zur optimalen Anordnung des
Wasserkühler verfügte. Das Fahrgestell der MZ GT 250
(KFT 5/88) entsprach dieser Forderung nicht, deshalb war eine
Neuentwicklung erforderlich.
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Im Verlauf der Saison 1987 wurde der Prototyp zunächst mit einem luftgekühlten 370 cm3-Motor ausgerüstet und bei zahlreichen Enduro- und Moto-Cross- Wettbewerben erfolgreich erprobt. Seit August des Vorjahres kommen im neuentwickelten Fahrgestell auch wassergekühlte Motoren zum Einsatz. Unter Berücksichtigung der 1987 gewonnenen Erprobungsergebnisse und der Erkenntnisse von der für MZ so erfolgreichen 62. Internationalen Sechstagefahrt erfolge in der sog. Winterpause der bau einer neuen Generation von MZ-Werks-Enduros. In Auswertung der Enduro-Europa- meisterschaft und im Hinblick auf die vom 5. bis 10. September in Mende/Frankreich stattfindende 63. Internationale Sechstagefahrt Enduro-Mannschafts- Weltmeisterschaft 1988 werden in diesem Beitrag die aktuellen Werks-Enduros MZ GT 250-1 und MZ GT 370-1 vorgestellt.
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Fahrgestell Wie schon erwähnt, war für den optimalen Einsatz der Wasserkühlung ein völlig neues Fahrgestell erforderlich; der klassische Doppelschleifrahmen der Vorjahresausführung genügte nicht mehr den heutigen Anforderungen hinsichtlich Fahrstabilität, Sitzposition, Handling, Bauraum (für Wasserkühler) und Wartungsfreundlichkeit. Das Herzstück des aktuellen Fahrgestells bildet ein kräftiger Einrohrrahmen mit gegabelten Unterzügen (siehe Bilder) und demonstrierbarem Rahmenheck. Der Rahmen wird aus dünnwandigem Chrom- Molybdän-Rohr gefertigt, die im Vergleich zum 87er Rahmen vergrößerten Außen- durchmesser bewirken eine Zunahme der Verwindungssteife. Durch den Entfall der Doppelschleife verbesserten sich die Platzverhältnisse zwischen Steuerkopf und Kraftstoffbehälter, die Anordnung von Wasserkühlern ist möglich. Das abnehm- bare Rahmenheck senkt den Aufwand bei Reparaturen. |

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Die progressiv wirkende Zentralfederung des Hinterrades
wurde gründlich überarbeitet, der Zughebel des Systems
wird jetzt am Rahmen (siehe Bild 3) und nicht mehr, wie beim
87er Modell am Motorengehäuse, abgestützt. Eine
Veränderung der Hebelverhältnisse wirkte sich positiv
auf das Ansprechverhalten und die Progressivität der Hinterradfederung
aus. Die Schwingungsdämpfer wurden sowohl in Federungs-
als auch in Dämpfungs-Kennlinie den neuen Bedingungen angepaßt. Parallel zu der Überarbeitung der Fahrwerksgeometrie durch Veränderung von Lenkkopfwinkel und Radstand erfolgten umfangreiche Modifizierungen an der hauseigenen Telegabel. Viel Wert wurde auf die Gestaltung des Fahrer-"Arbeitsplatzes" gelegt. |
Im Ergebnis dessen entstand eine sinnvolle und
ansprechende Gestaltung der Tank-Sitzbank-Partie. Die neue Sitzbank,
die im Vergleich zum 87'er Modell relativ weit oben in die Kontur
des neuentwickelten Tanks übergeht, gestattet, das Körpergewicht
des Fahrers bei Bedarf sehr weit nach vorn zu verlagern. Dadurch
entstehen günstigere Verhältnisse beim Durchfahren
von Sonderprüfungen mit Moto-Cross-Charakter. Vor Kurven
plaziert der Fahrer sein Gewicht so nah wie möglich am Drehpunkt,
senkt damit die Fliehkraft auf ein Minimum und entlastet das
Hinterrad. So kann er eine Kurve vergleichsweise schneller durchfahren
und beim Driften sein Fahrzeug besser beherrschen. Folgende bewährte Details der siegreichen Six-Days-Ausführung wurden unverändert für das 88er Fahrwerk übernommen: |
- der massereduzierte freiliegende Sekundärantrieb, In Abhängigkeit des eingebauten Motors (Masseunterschied rd. 5 kg) erfolgt lediglich die Zuordnung der Schwingungsdämpfer und der Sekundärübersetzung, alle anderen Baugruppen der MZ GT 250-1 und MT GT 370-1 sind identisch. |
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Wassergekühlter Motor der MZ GT 250-1
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Die mit Kurbelwellendrehzahl laufende Flügelradpumpe
übernimmt die zuverlässige Förderung der Kühlflüssigkeit
(Gemisch aus destilliertem Wasser und Glysantin) durch den Zylinder
und die beiden Aluminiumkühler.
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Motor der MZ GR 370-1 Der Motor des 88er Modells ist im wesentlichen
mit dem der "ISDE 87"-Ausführung identisch.
Dip.-Ing H.Walden
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