Aus: Kraftfahrzeugtechnik 39 1989

Eigenbau-Trialmotorrad auf MZ-Basis

Eigenbau - Trialmotorrad auf MZ-Basis
Der Motorrad-Trialsport steht zweifellos etwas im Schatten anderer, spektakulärer Motorsportarten. Ganz zu Unrecht, wenn man an seinen Wert als Hohe Schule der Fahrzeugbeherrschung denkt.
Auch in dieser Disziplin werden seit Jahrzehnten DDR-Meisterschaften mit Spezialmotorrädern ausgetragen. Die Trialmaschinen entstanden bisher in den Eigenbauwerkstätten von Günter Ruttloff und den Gebrüdern Gyra. Neuerdings baut auch der zehnfache DDR-Meister Frank Böttcher eine solche Eigenbaumaschine. Seine Trialkonstruktion soll hier kurz vorgestellt werden. Als Triebwerk wählte Böttcher den Motor der MZ ETZ 150, den er aufbohrte, mit einer Laufbuchse vom Skoda versah (Innendurchmesser 70 mm), womit er einen Hubraum von 223 cm3 erreicht.

Aufgrund der Motorkonzeption mußten geringere Schwungmassen (im Gegensatz zu den Import-Trialmotorrädern der benachbarten Sportleraus der CSSR und der VR Polen) in Kauf genommen werden. Auch Kupplung und Fünfgang-Getriebe stammen von der MZ. Ein sechster Gang (wie bei den italienischen und japanischer Sportgeräten) war im vorhandenen MZ-Getriebegehäuse nicht unterzubringen. Beim Einrohrrahmen fanden vorwiegend Stahlrohre Verwendung. Während die Vordergabel von der ETZ 150 stammt, ist die jetzt auch im Tiralsport populäre Zentral-Hinterradfederung Eigenbau. Gleiches kann auch von der Bremsanlage gesagt werden;

 

Beide Scheibenbremsen mit einem Scheibendurchmesser von 180 mm sind als Festsattelbremsen ausgelegt. Lediglich die Bremszylinder stammen von der MZ.
Tank, Sitzbank und hinterer Kotflügel wurden in den Werkstätten befreundeter Sportler aus glasfaserverstärktem Polyester hergestellt.
Tank, Sitzbank und hinterer Kotflügel wurden in den Werkstätten befreundeter Sportler aus glasfaserverstärktem Polyester hergestellt.
Im Vergleich mit international handelsüblichen Trialmotorrädern spielt dieser Eigenbau keineswegs eine untergeordnete Roll. Frank Böttcher und seine Sportfreunde ermöglichen somit durch gekonnte konkurrenzfähige Eigenbaumaschinen den Fortbestand dieser reizvollen Motorraddisziplin in der DDR.

 

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