Die Ladekontrolle geht nicht aus
Das ist eines meiner häufigsten Ärgernisse, also dann:
So funktionierts:
Die Ladekontrolleuchte zeigt an, ob die Batterie von der Lichtmaschine (Lima) geladen wird. Dies tut diese Lampe indem sie mit dem einen Anschluß an den Pluspol der Batterie angeschlossen ist und mit ihrem zweiten Anschluß den von der Lima erzeugten und über den Gleichrichter in Gleichstrom umgewandelten Drehstrom (oder seiner Spannung) überprüft.
Wird die Zündung eingeschaltet, der Motor steht aber, so liegt also der eine Lampenanschluß bei geladener Batterie an +12 Volt. Der zweite Lampenanschluß bekommt dann über Umwege ein Minus- Potential. Plus und Minus an der Lampe : Die Lampe leuchtet hell auf. So soll es sein. Wird der Motor gestartet, so produziert die Lima Strom (Drehstromgenerator). Da die Batterie nur mit Gleichstrom geladen werden kann, ist der Lima noch ein Gleichrichter nachgeschaltet. An dessen Ausgang stehen dann, wenn alles glatt läuft, +12 Volt Gleichspannung an. Dieses neue Plus an dem zweiten Lampenanschluß ersetzt das vorherige Minus- Potential, die Lampe verlöscht !
So funktionierts nicht:
Die Lampe geht nicht aus, wenn ihr zweiter Anschluß (der erste ist immer mit dem Pluspol der Batterie in Verbindung) auch bei laufendem Motor keine Spannung bekommt. Nach studieren von "So funktionierts" müsste also aus irgendeinem Grund die Spannungserzeugung der Lima nicht funktionieren bzw. wenn das hinhaut so findet die von der Lima erzeugte Spannung nicht den Weg bis zur Kontrolllampe.
So funktionierts ein bißchen:
Die Lampe glimmt, wenn sie nur einen kleinen Spannungsunterschied zu ihren beiden Anschlüssen bekommt. Das kann passieren, wenn Kabel locker sitzen, Übergangswiderstände auf dem Weg vom Generator zur Lampe auftreten oder eine der drei Phasen der Lima ausgefallen ist. Dann gibts nicht die volle Spannung von 12 Volt auf die Ladelampe sondern nur einen Teil davon. Sie kann aber auch nicht hell leuchten, wenn die Batterie schon fast entladen ist.
Ladestromkreis
Ursachenforschung:
Am besten setzt man sich neben das Mopped, dem man die Sitzbank, den rechten Seitendeckel und den rechten Motorgehäusedeckel abgenommen hat. Eine nicht verlöschende Ladekontrolle zeigt meist die nicht mehr stattfindende Batterieladung an. Verlöscht diese Lampe aber bei eingeschalteter Zündung und stehendem Motor langsam, so ist dies kein Anzeichen einer Selbstheilung. Vielmehr ist dann der Batterie der Saft vollends ausgegangen. Deshalb immer die Batterie vor weiteren Versuchen (extern) laden. Wenden wir den Blick dem Generator zu. Dieser erzeugt Strom, wenn sein innerer (Elektro-) Magnet (genannt Rotor) innerhalb einer äußeren Wicklung (Stator) rotiert. Der Rotor wird bekommt seinen Strom über zwei Schleifringe, zwei feste Kabel wären ja ruck-zuck bei laufendem Motor ein Knäuel. Man prüfe die auf den Schleifringen gleitenden Kohlen, ob diese noch durch Federkraft belastet, auf die Schleifringe gedrückt werden. Ist man sich nicht sicher, so baut man den Kohlenhalter aus und überprüft die Kohlen dann auf ihre Länge (Verschleißgrenze bei 9 mm) und ob sie sich leicht in ihren Führungen bewegen lassen, also nicht fest verkantet sind. Bei abgenommenen Kohlen prüft man dann gleich den el. Widerstand der Rotorwicklung. Zwischen den beiden Schleifringen gemessen, sollte er um die 4,5 Ohm betragen. Bei keinem Widerstand (Kurzschluß) oder unendlich hohem (Unterbrechung) hat man dann schon die Ursache gefunden. Der Rotor bzw. seine Kohlen bekommen Spannung über eine 2A Sicherung, die es gerne mal durchhaut. Diese würde ich überhaupt als allerestes auf Unversehrtheit überprüfen. Bei eingeschalteter Zündung müsste an den Anschlüssen zu den Lima Kohlen etwa Volt zu messen sein. Ist dem nicht so, so überprüfe man die Zuleitungen über die Sicherung weiter bis zum Regler Klemme DF. Sehr oft sind oxidierte Steckverbinder die Ursache für Strombarrieren. Die Flachstecker sind immer mit großer Sorgfalt zu betrachten und mittels Kontaktspray (wirkt kurzzeitig Wunder), und Neuanfertigung zu bearbeiten. Sollte hier alles in Ordnung sein, so tauscht man testweise einmal den Regler mit einem garantiert funktionierenden Exemplar aus. (Anm. zu Flachsteckerverbindungen: diese habe ich schon öfters bestens gereinigt, nachgebogen und mit Kupferpaste bestrichen wieder aufgesteckt. Der mechanische Halt war dann wie neu. DAS TÄUSCHT. Haben diese Dinger jemals schlechten Kontakt gegeben, so sind sie auch schonmal durch den folgenden Übergangswiderstand zu heiß geworden. Das sieht man denen nicht an. Man merkt es aber, denn beim nächsten Elektro-ausfall eine Woche später sieht der mit Kupferpaste einbalsamierte Flachstecker immer noch aus wie einst im Mai, aber er gibt wieder genauso schlecht Kontakt wie vor seiner "Behandlung", da seine Spannkraft ein für allemal zum Teufel ist. Aus eigener Erfahrung: Bei Verdacht diese Dinger stets erneuern, sonst handelt man sich den gleichen Fehler in spätestens einem Monat wieder ein.) Bekommt der Rotor seinen Saft, so wird der Stator überprüft. Auch hier müssen die Flachstecker und Kabelverbindungen der 3 schwarzen Leitungen einwandfrei und bis zum Anschluß an die Gleichrichterplatte ohne Mangel sein. Gerne sorgt an dem Stator ein lockerer Flachstecker für eine derartige Wärmeentwicklung, daß es die Verlötung eines Statorkabels auslötet. Kann man zwischen jeweils 2 der 3 schwarzen Kabel bei laufendem Motor etwa Volt Wechselspannung messen, so müßte diese Messung auch an den anderen Enden der schwarzen Kabel (am Gleichrichter angesteckt) zu gleichem Ergebnis führen. Vom Gleichrichter gibt es 2 Ausgänge zum Regler hin, D+ und 61. D+ liefert den dicken Strom um die Batterie zu laden während über 61 zum einen die Regelung der Lima-spannung vorgenommen wird und zum anderen genau hier der eine Anschluß der Ladekontrolleuchte sitzt. Sind alle Kabelverbindungen einwandfrei und auch der Regler ist ein funktionsfähiges Exemplar so sollte an dessen Ausgang (Klemme 51) bei laufendem Motor 12-14 Volt zu messen sein. Leuchtet die Ladekontrolleuchte immer noch, so sollte man an eine "versteckte" Kontaktstelle in diesem ganzen Kreis denken: Der Fassung für das Birnchen.
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